Dass Lehm ein praktischer Baustoff ist, wusste man schon in der Jungsteinzeit: Aus Mesopotamien um 6500 v. Chr. sind die ersten Ziegel bekannt. Damals wurden sie mit der Hand geformt und in der Sonne getrocknet. Der Nachteil: In dieser Form sind sie nur für trockene Regionen brauchbar. Zu viel Wasser weicht luftgetrocknete Ziegel auf, bei Hochwasser zum Beispiel lösen sie sich förmlich auf wie ein Brühwürfel im Suppentopf – eine Katastrophe für die Bewohner.
Das heißt: So richtig gut ist der Ziegel oder Backstein erst, wenn er gebrannt ist – bei mindestens 900 Grad. Bei Ziegeln für die witterungsbeständigen Außenmauern muss der Ofen sogar bis zu 1.300 Grad heiß sein. Erst die Römer waren in der Lage, so hohe Temperaturen zu erreichen. Sie verwendeten Ziegel überall: Für Thermen, Hallen, Bögen, Gewölbe, Brücken.
Gebrannt ist ein Ziegel genauso haltbar wie Stein, aber wesentlich handlicher und leichter – und damit einfacher zu transportieren.
Ein weiterer Vorteil: Weil die Quader alle gleich geformt werden können, ist es ein verlässlicher Baustoff, besonders für große Konstruktionen.
Wunderschöne Kuppeln wie die des Florenzer Doms oder der Hagia Sophia sind aus Ziegeln gemauert.