Frei Otto ist berühmt für seine zeltartigen, filigranen Dachkonstruktionen, die in Leichtbauweise erstellt wurden. Er ließ sich von der Natur inspirieren und gehört zu den wichtigsten Vertretern der organischen Architektur. Sein Ziel war es, leicht und beweglich zu bauen und so wenig Material und Energie wie möglich zu verwenden. Für seine Dächer, die oft über den Gebäuden zu schweben scheinen, setzte er Stahlseile, Netze, Bögen oder Schirme ein.
Frei Otto studierte in Berlin Architektur und an der University of Virginia Soziologie und Städtebau. In den USA lernte er Frank Lloyd Wright und Ludwig Mies van der Rohe kennen. Er promovierte zum Thema „Das hängende Dach“ und gründete an der Universität Stuttgart das „Institut für leichte Flächentragwerke“.
Frei Otto arbeitete meist mit anderen Architekten zusammen und war für die fantasievollen Dächer zuständig. International anerkannt wurde er 1967, als er für die Weltausstellung in Montreal das Dach des deutschen Pavillons entwarf. Berühmt machte ihn dann die Überdachung der Sportanlagen für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München.
Alles ist möglich.
Dach des Olympiastadions in München, 1968 - 1972
Dach des Deutschen Pavillons, Weltausstellung Montreal, 1967
Dach der Multihalle in Mannheim, 1975