Der katalanische Architekt Antoni Gaudí hat einen ganz unverwechselbaren Stil entwickelt, der etwas märchenhaft wirkt und perfekt in die Zeit des Jugendstils passt. Damals ließen sich die Künstler von der Natur inspirieren und verliehen ihren Bauwerken organisch geschwungene Formen und lebhafte Farben.
Gaudí studierte in Barcelona Architektur und zeichnete sich schon damals durch recht verrückte Ideen aus. Als Gaudí 26 war, wurde der Unternehmer und Politiker Eusebi Güell auf ihn aufmerksam. Er erteilte und vermittelte Gaudí zahlreiche Aufträge und wurde zu seinem Freund und Förderer. Um diese Zeit erlebte Katalonien eine wirtschaftliche Blüte und konnte auch in den Städtebau investieren. Insbesondere das Großbürgertum hatte Freude an neuen Geschäftsgebäuden und Privathäusern.
Gaudí arbeitete mit Künstlern und Kunsthandwerkern zusammen und konnte so die von ihm entworfenen Räume mit prachtvollen Glasfenstern, Mosaiken, Möbeln und Skulpturen ausstatten. Seinen größte Auftrag erhielt er 1883: Er sollte eine Kathedrale weiterbauen, die von einem anderen Architekten begonnen wurde - die Sagrada Familia in Barcelona. Die Umsetzung seiner Ideen war jedoch so aufwändig, dass der Bau noch lange nicht fertig war, als Gaudí 1926 bei einem Autounfall ums Leben kam. Es wird bis heute daran gearbeitet.
Im Jugendstil ließ man sich von der Natur inspirieren.
La Sagrada Família, Barcelona, 1882 bis heute
Casa Battló, Barcelona, 1904 - 1906
Casa Milà (La Pedrera), Barcelona, 1906–1910